Peter Waldert

Die längste Zeit meines Lebens verortete ich mich in Sachen Kunst immer nur als Rezipient. Als ergriffener Zuschauer im Publikum einer Aufführung, als gebannter Betrachter eines Films, als ruhiger Flaneur im Museum, als abschweifender Hörer von Musik, als träumerischer Leser eines Buchs... Als ich schließlich mit 15 Jahren, aus einer unbewussten Willkür heraus, begann zu schreiben, war ich mir schließlich noch nicht im klaren darüber, dass das den Startpunkt für meinen Einstieg in die produzierende Seite künstlerischer Prozesse markieren sollte. Alle Erfahrungen, von damals ab an, haben mich schließlich vor knapp zwei Jahren zu der Entscheidung getrieben als Schauspieler zu agieren – meinen Körper, meine Stimme, meine Emotionen als Medium zum Erzählen von Geschichten zu nutzen.

 

Dabei geht es mir vor allem darum, zu experimentieren und oftmals in Extremen zu gehen, zu stehen wie tief man in einer Figur wühlen kann und was sich alles herauskitzeln lässt. Denn am Ende will ich durch meine Performance, eben jene Extremen, jene Emotionen und Gedanken zum Vorschein bringen, die einem Menschen inne wohnen können, aber im öffentlichen Alltag stets im Verborgenen bleiben.

 

Der Prozess hin zu diesem Punkt gleicht, meines Erachtens nach, immer wieder einer Metamorphose, etwas transformativen und gerade für dieses transformative Momentum arbeite und lebe ich. Bevor ich dem Misfits-Ensemble beigetreten bin, habe ich dahingehend Erfahrungen gemacht durch mein Mitwirken an Filmprojekten, anfänglichen Komparserien, einer Hauptrolle im einem Kurzfilm, vereinzeltem Privatunterricht und Rollenausarbeitungen für Aufnahmeprüfungen. Mit dem Mentoring und der finalen Aufführung von „Faust“ des Misfits-Ensembles, sollen sich die Früchte meines bisherigen Entwicklungsprozess zeigen, um danach als eigenständiger Künstler zu voranzuschreiten.